Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454769
108 X. Temperamalerei und Firnisfarbe. 
Anweisungen des Cennini, Theophilus u. a. stimmen 
darin überein, eine gut geleimte Kreide- oder Gips- 
schicht sei die geeignete Unterlage für diese Mal- 
weise. Also hell und dicht sollte die Unterlage 
sein, und deshalb sind wohl alle Unterlagen der alten 
Bilder auf Holz aufgetragen, weil auf diesem am 
sichersten ein dichter, d. h. fest geleiinter weisser 
Kreide- oder Gipsgrund sich herstellen lässt. 
Bei einem Versuche, an Stelle dieses Grundes den 
üblichen Oelgrund, der auch dicht und hell ist, zu 
verwenden, nämlich bei dem schon erwähnten Bilde 
„Triton und Nereide" („Meeresidylle") hat Böcklin 
die bittere Erfahrung gemacht, dass die Farben in 
den tieferen Tönen Sprünge zeigten; wenigstens schrieb 
er die Schuld, seinem eigenen Ausspruch zufolge, der 
Verwendung des Oelgrundes zu, der durch seine 
allzudichte und glatte Oberfläche den daraufruhenden 
Temperafarben nicht genügende Adhäsion verlieh. 
Nach dieser Erfahrung hat Böcklin wohl ab und 
zu auf Leinwand mit Tempera gemalt (Verz. Nr. 242 
"Nonnen", Leinwand, Tempera), aber kaum auf an- 
derer als mit Kreidegrund versehenen. ln den meisten 
Fällen, und in der Florentiner Periode vorherrschend, 
hat er stets der Holztafel den Vorzug gegeben. 
Wie weit er in der Ausführung der Bilder mit 
Tempera gekommen ist, insbesondere, 0b er reine 
Temperagemälde in dieser Zeit geschaffen hat, lässt 
sich kaum mehr feststellen. Auch Landsinger hat 
die Ansicht ausgesprochen, die meisten mit "Tem- 
pera" bezeichneten Werke dürften mit Oel- oder 
Firnisfarben fertig gemalt sein; von bestimmten
        

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