Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454751
 
Lenbachs Technik. 107 
versetzt. Auch Maler S. Landsinger bestätigt, dass 
dieses Temperamittel zur Zeit des Florentiner Aufent- 
haltes sowohl von Böcklin als auch seinen Schülern 
benützt wurde. 
Der Münchener Kreis, vor allen Lenbach, wollte 
durch die Tempera hauptsächlich eine Erleichterung 
des technischen Verfahrens anstreben. Durch das 
schnellere Auftrocknen der Untermalung und die un- 
zweifelhafte Klarheit der erzielten Schattentöne, haupt- 
sächlich für Hintergrund und Beiwerk (z. B. beim 
Porträt) wurde die Arbeit erstens beschleunigt, ja 
man konnte dem Stimmungsreiz in der Art der alten 
Meister näher kommen, als durch die Oelfarbe. 
Dieser letzten musste viel längere Zeit zum Trocknen 
gelassen werden; ein beschleunigtes Verfahren (durch 
Sikkative) würde aber für die Erhaltung der Malerei 
gefährlich werden. Um nun die erkannten Reize 
dieser Technik auszunützen, musste man trachten, 
möglichst weit mit Tempera fertig zu malen und 
mit Oelfarbe nur die letzten Lasuren und die nötigen 
Verschmelzungen zu geben. Zu diesem Zwecke wurde 
die Temperaschicht mit einem Firnis (Kopal- oder 
Mastixlack und ähnlichen) überstrichen, wodurch die 
zunächst matte Malerei sofort in der richtigen Tiefe 
zur Erscheinung kam, und in die noch feuchte Firnis- 
lage wurden mit Oelfarben alle nötigen Uebergänge, 
ebenso Lasuren, halbdeckende und kräftigere Lichter 
aufgetragen. 
Es liegt in der Natur des Materials, dass die 
Leuchtkraft der Tempera durch die Reiiektion eines 
hellen Untergrundes gesteigert Wird, und die ältesten
        

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