Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454690
Böcklins 
Glättungsversuche. 
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erzählt und welchen Wert Böcklin in der Folge auf 
das Glätten der Fläche durch Andrücken mit dem 
Spachtel legt, so wird man begreiflich finden, dass 
er die Eigenart der pompejanischen Malerei richtig 
erkannte, denn in der Tat ist das Wesentlichste 
der antiken Wandmalerei in dem nachherigen Glätten 
der Malerei zu erblicken. 
Auch dafür kann ein Beweis erbracht werden, 
dass Böcklin von seiner Ansicht, bezüglich des „reinen 
Fresko" der antiken Malerei abgekommen ist, denn 
eine von Floerke (S. 165) mitgeteilte spätere Aeusse- 
rung des Meisters lautet: 
"Auch das alte Fresko war nicht allein durch die Aus- 
schwitzung des Kalkes gebunden, sondern durc h Z u  
fügung eines organischen Körpers, Kasein oder 
Milch. Dah er Glanz und Leuchtkra ft. Alle späteren 
sind matt." 
Was die Frage des antiken "Fresko" betrifft, so 
sehen wir Böcklin, nachdem er die Freskotechnik 
gründlich kennen gelernt hatte, zu seiner ursprüng- 
lichen Ansicht zurückkehren. Dass Glanz und Leucht- 
kraft der pompejanischen Wandmalerei anderen Ur- 
Sachen zuzuschreiben ist, als der einfachen F resko- 
erhärtung schien ihm sicher; denn dafür hatte der 
Meister, wie für alles Technische, den richtigen Blick 
und hervorragend feines Verständnis. 
Nachschrift: 
Als Böcklin fast 30 Jahre später davon Kenntnis 
erhielt, dass es dem Verfasser geglückt war, die pom- 
pejanisch-römische Technik der Wandmalerei nach 
eigenen Gesichtspunkten zu rekonstruieren, liess sich
        

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