Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454685
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Die Baseler Fresken und die pompejanische Wandmalerei. 
lassen. Da dies aber nicht der Fall, sondern da die Farbe 
fest und unlöslich ist. so findet ein innigeres Verwachsen 
mit der Mauer statt; folglich kann es nur Fresko sein." 
Ebenso lautete sein Urteil im Anschluss an eine 
Meinung Pettenkofers, die Schick (S. 33) wiedergibt, 
durcha usim Sinne der Freskoanhänger. 
Der Wiegmannschen Voraussetzung, dem antiken 
Verfahren näher zu kommen, wenn der Grund mög- 
lichst lange feucht gehalten wird, begegnen wir in 
Böcklins Bemerkung auf S. 246, wo es heisst: „_]etzt ver- 
stehe er erst, warum Vitruv gar nicht sagt, man 
müsse sich beim Malen beeilen. Der Grund, wenn 
er so wie dieser zubereitet ist, schluckt und bindet 
wohl fast 14 Tage (d. h. mit Kalk gemischte Farben)? 
Dies ist ganz begreiflich, denn Kalk bindet auch auf 
trockener Mauer genügend. Dass aber Böcklin in 
richtiger Konsequenz seiner Bemühungen dem gesuchten 
Resultat endlich doch näher gekommen ist, zeigt 
eine sehr interessante Notiz (Schick, S. 392): 
„In der Freskomalerei     hatte er jetzt etwas heraus- 
gefunden: Wenn man n ach dem Male n mit dem Spachtel 
(Stahl wird vom Kalk nicht angegriffen) glättet, so be- 
kommt die Malerei eine ganz eigene rätselhafte Erscheinung. 
Die Frische und Keckheit der Behandlung bleibt und kommt 
sogar noch mehr zur Geltung und die Textur des Bildes 
erhält etwas Delikates. 
Das Glätten mit dem Spachtel geschieht nicht mit der 
glatten Fläche, sondern sie wird etwas schräg gestellt, als 
wollte man mit der scharfen Kante etwas vom Kalkstrich 
wegnehmen. Man nimmt jedoch nichts weg, sondern drückt 
nur die Farbe glatt an." 
Vergleicht man noch, was Schick über die Be- 
handlung des zweiten Freskobildes (die "Flora", S. 402),
        

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