Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454679
Technik der pompejanischen Malereien. 
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eher als andere Leim- oder Harzfarben (jedoch immer sehr 
schnell) etwas nass in nass zu vollenden." 
Später, offenbar beeinflusst durch Wiegmanns 
Buch, das er während der Baseler Freskenperiode 
genauer studiert haben mag, änderte Böcklin seine 
Ansicht (Schick, S. 245): 
„Die pompej anischen Tänzerinnen, meint Böcklin, 
seien vielleicht ganz al fresco, denn das Weiss ist Kalk; wäre 
nun Leim oder Ei das Bindemittel, so hätte dies ja vom Kalk 
Zerstörung erleiden müssenfk) (Kann denn aber nicht das 
Weiss aus altem, hartgewordenem und dann zermahlenem 
Kalk bestehen, der sich als weisses, indifferentes Pulver 
erhalten und auf das Bindemittel keinen chemischen Einliuss 
mehr ausüben würde?) Das Bild des Telephus ist 
sicher Fresko." 
Wie wechselnd übrigens Böcklins Ansicht über 
die antike Technik gewesen ist, zeigt eine Eintragung 
vom 31.Mai 1866 mit späteren Zusätzen Schicks (S. 32): 
"Bei Böcklin. Ich zeigte ihm mein Fragment antiker 
Malerei, das ich bei Prima Porta gefunden  Böcklin 
meinte, es sei vielleicht mit Leimfarben auf schwarzen 
Freskogrund gemalt. (Späterer Zusatz: l868[69 erkannte 
Böcklin es jedoch als reines Fresko)" 
Schliesslich sehen wir Böcklin ganz und gar zu 
den Anhängern der F reskotheorie übergehen. Schick 
berichtet nämlich (S. 400): 
„Ueber den Streit der sogenannten Kenner der pom- 
pejanischen Malerei: ob Fresko, 0b Wachs oder Leim? 
sagt Böcklin, die Sache sei sehr einfach. Wäre ein fremdes 
Bindemittel darin, und dieses, wie behauptet wird, von der 
Luft verzehrt, so müssten sich die Farben mehlig abwischen 
 Bekanntlich bildet Ei mit Kalk eine sehr dauerhafte, 
chemische Verbindung; der Kalk zerstört es also nicht, wie man 
bisher angenommen hat.
        

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