Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454653
Vitruvs Anweisungen.  Q7 
 
Im Anschluss an die Schilderung der Böcklinschen 
Freskornalerei wird es am Platze sein, dessen An- 
sichten über die römisch-pompejanische Technik der 
Wandmalerei hier näher kennen zu lernen. Obwohl diese 
sich auch in der von Böcklin gedachten Weise nicht 
rekonstruieren liess, zeigen jedenfalls die uns von 
Schick überlieferten Stellen von der eminenten 
Beobachtungsgabe des Meisters in technischen 
Dingen. 
Gelegentlich eines Gespräches über die anfangs 
der 60er Jahre von Schlotthauer und Bergrat Fuchs 
erfundene Wasserglasmalerei oder Stereochromie er- 
innert Böcklin an die Freskomalerei der Alten 
und an die Reihenfolge der von Vitruv umständlich 
beschriebenen") Bewürfe wie folgt (Schick, S. 95): 
l) Ein grobes Kalklager mit Sand, das fest geschlagen wird; 
2) etwas feiner (wieder geschlagen); 
3) Kalk mit etwas Marmorstaub (geschlagen und geebnet); 
4) feiner Kalk mit viel Marmorstaub, dünnes Lager (etwas 
geschlagen und geglättet). 
Auf dieses letzte Lager wurde dann sogleich die Farbe 
des Grundes aufgetragen, wodurch dieselbe dann schönen 
Stellung genommen. Nicht versagen kann ich es mir aber, darauf 
hinzuweisen, dass gerade der im Grossen unternommene Versuch 
Böcklins ein deutliches Argument dagegen ist, einfaches Fresko 
für die Technik der antiken Wandmalereien zu erklären. 
 Schicks Angaben betr. Vitruv sind hier unrichtig. (Ver- 
bessert S. 197.) Die Stellen linden sich in VlI, 3, 5-10 und 
nicht in II, 75. Vitruv schreibt drei Lagen Sandmörtel und drei 
von Marmormörtel vor; nach der vorletzten Schichtung soll der 
Bewurf geschlagen werden. Die Notiz über vBereitung des 
Stuckmarrnors" an gleicher Stelle betrifft den sogen. Kunst- oder 
Gipsmarmor. 
Berger, Böcklins Technik. 7
        

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