Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454647
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Baseler Fresken und die 
Die 
pompejanische Wandmalerei. 
ein förmliches Ueberarbeiten und wollte "nach dem 
Fixieren mit Harz oderTerpentin die weisse Farbe 
der Lichter mit Oel- oder Terpentinfarben und 
mit dem Pinsel auftragen", wie er es ähnlich beim 
„David" versucht hatte (Schick, S. 397). 
Während des Monats August 1869 malte Böcklin 
das zweite Fresko und im November das dritte, end- 
lich auch noch, trotz des Wiederspruches einiger 
Herren des Stadtrates, die drei Medaillons über den 
Fenstern der Treppenabsätze. 
S0 hat Böcklin denn mit „Ach und Krach" die 
Fresken zu Ende gemalt, nicht ohne sich auch mit 
seinen Auftraggebern gründlich überworfen zu haben 
(s. Schmid, S. 47). 
Worin bestand nun aber die Ursache, dass sich 
der Meister so verrechnet hatte? Auf diese Frage muss 
geantwortet werden: Böcklin hielt sein System der 
Arbeitsführung bei T afelbildern auf die Wandfiäche 
zu übertragen für möglich, ohne zu bedenken, 
dass man auf Freskogrund nie „aus der Stim- 
mung" heraus malen kann, weil das andersartige 
Auftrocknen der Kalkfarben ein richtiges Beurteilen 
während der Arbeit völlig ausschliesst. Böcklin 
verrechnete sich aber auch darin, dass er dem 
Vitruvschen Bewurfe die Eigenschaft zumass, ein viele 
Tage langes Malen auf dem Nassen zu ermöglichen, 
um endlich von selbst, nur durch Bildung des 
Häutchens von kohlensaurem Kalk, eine glatte und 
glänzen de Oberfläche zu bilden, wie sie die antiken 
Stuckmalereien in Pompeji aufweisen?) 
i) Gegen das Unrichtige dieser bis in die letzte Zeit gelten- 
den Ansicht habe ich in meiner „Technik des Altertumsß genügend
        

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