Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454603
92 
Die Baseler 
die 
Fresken und 
pompejanische Wandmalerei. 
lich, weshalb Böckiin nicht weiter malte (S. 229). Am 
nächsten Tage wurde der Marmorkalkbewurf (für den 
ersten schon halbtrockenen) frisch angetragen, aber 
es ergab sich, dass „der zweite Kalkbewurf bald nach 
dem Auftragen starke Risse zeigte", so dass in der 
Meinung, dem Uebel dadurch abzuhelfen, der Maurer 
angewiesen wurde, nach Vitruvs Anweisung (statt 
vier) von jetzt ab fünf Lagen zu machen (S. 231). 
Der Schnelligkeit des Trockenprozesses vermochte 
nun aber Böcklin dennoch nicht zu folgen, und das 
Verlangen, seine schon gemalten Stücke zu verbessern 
und mit der Umgebung in Einklang zu bringen, be- 
stimmte ihn dazu, alle Farben mit Kalk zu mischen, 
wie er es bei dem "David" getan. Darüber berichtet 
Schick (3. Dezember 1868, S. 235): 
„Böcklin sagt, er hätte die Erfahrung gemacht, dass 
man auch über 5-6 Tage alte Stellen noch malen kann, 
sobald man die Farbeh mit Kalk mischt, überhaupt solange, 
als die Wand noch nicht auszuschwitzen anfängt. 
Wenn die Haut, die sich darauf bildet, auch nur dünn 
ist, so löst sie sich bei leichtem Waschen wenigstens nicht 
auf und wird immer härter, je äifer sie wird (Ob diese 
später darüber gemalte Farbe aber wirklich dauerhaft ist 
und nicht abplatzt, ob dem Darübermalen durch das Aus- 
schwitzen in perligen Tropfen eine Grenze gesetzt wird, 
darüber hat Böcklin jedoch keine Erfahrung)? 
S0 
entstehen noch 
unter 
der Arbeit immer wieder 
Zweifel an dem endlichen Erfolge, so sehr sich auch 
Fachmänner, wie die Physiker Müller und Professor 
Hagenbach, Stadtchemiker Dr. Gäbbelsröder und Prof. 
Fritz Burckhardt bemühen, Mittel für längeres Fresko- 
malen, auf welches Böcklin rechnete, ausfindig zu machen
        

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