Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Böcklins Technik
Person:
Berger, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453288
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1454555
Fresken im Sarasinschen Gartenhaus. 87 
 
Der erste Grund ist jetzt sehr rauh und porös auf die 
lliauer getragen, darauf kommt der etwa 1[4 oder sfs Zoll 
starke Kalkbewurf für die Malerei. Für diesen Bewurf hat 
Böcklin im Keller verschiedene Proben angestellt und dabei 
zu dem mit viel Sand versetzten Kalk reichlich schwarze 
Farbe mischen lassen, was aber dennoch ziemlich weiss 
auftrocknete. Indem er dem Grund so einen mattgrauen 
Ton_ geben liess, ersparte er sich viel Arbeit, denn anstatt 
die Luft in gemischten blauen Tönen zu malen, was bei 
dem grossen Umfang der Bilder sehr schwer ist, kann er 
nun 'leicht mit Blau über den schon gebrochenen Grund 
lasieren. Man kann oder muss vielmehr dabei ziemlich 
hart und keck malen, da. alles doch viel matter und stumpf 
weisslich auftrocknet." 
Für jeden mit den Quellen für Freskotechnik 
Vertrauten ist aus den obigen Angaben klar ersicht- 
lich, dass Böcklin sich hier an die italienische 
Freskotradition zu halten bestrebt war; er machte 
sich seinen Karton in der Originalgrösse, um sich 
vorher zu vergewissern, wie die Zeichnung wirken 
wird (nach Armeninis Veri precetti), er mildert den 
allzuweissen Grund durch Zumischen von Schwarz 
(nach Borghinis Angaben). Ja, er versäumt es auch 
nicht, sich eine Farbenskala für Freskotechnik nach 
altitalienischer Vorschrift zusammenzustellen, in der 
unter anderem sich echter Ultramarin aus Lapis lazuli 
und Ultramarinasche befand (Schick, S. 147-149). 
Mit der ihm eigenen Umständlichkeit schildert 
Schick alle die Phasen der Entstehung dieser Fresken. 
Wiederholt mussten Stellen abgeschlagen und frisch 
eingeputzt werden, auch beim Auftrocknen veränderten 
sich die Töne mehr als zu erwarten war, so dass 
sich Böcklin entschloss, nach dem völligen Trocknen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.