Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451769
Isolierte 
Rundpl astik 
des Verhältnisses, das, so simultan nur in unserer 
Vorstellung, zwischen dem menschlichen Subjekt 
und dem beharrlichen Raumgebilde ringsum existiert. 
Es erfüllt so die Forderung Hildebrands, der Platz 
müsse „als ein Ding vorgestellt werden, was seine 
künstlerische Existenzberechtigung nur in Bezug auf 
den Beschauer hat und von diesem (hier allerdings 
noch ganz abstrakten) Gesichtspunkt aus behandelt 
werden muss". Das Mal weist dem menschlichen 
Subjekt auf dem Platze den entscheidenden Punkt 
an, den idealen Standpunkt, def die Auffassung des 
Ganzen als Raumgebilde vermittelt. 
Dies ist also der architektonische Stand- 
punkt. Ihm entspricht auch durch die allseitige Be- 
ziehungsmöglichkeit ein andres vielleicht noch primi- 
tiveres Symbol: die aufgerichtetc Stange mit dem 
runden Topf darauf. Es erinnert durch die Ana- 
logie dieser bekrönenden Form schon zwingender 
an den menschlichen Kopf, giebt indess den Körper 
darunter sozusagen nur in abstracto, doch aber das 
Wichtigste davon, das hier entscheidet, die Mittel- 
axe, das Höhenlot als Dominante. Und diese wird, 
wenn sie nur in richtigem Verhältnis zu der Um- 
gebung auftritt, hier auch zur Dominante des Platzes. 
Die gleichartige Rundung des Topfes erhöht die Be- 
deutung des Korrelats nach allen Seiten ringsum, da 
poetische Phantasie willig ergänzend zu Hilfe kommt. 
Sowie wir statt dieses neutral gerundeten Topfes 
eineGesichtsurne auf die Stange setzen, oder auf 
den Bauch des vorhandenen Gefässes ein Augen- 
paar malen, so wird die Analogie mit dem mensch-
        

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