Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451749
S4 
Rundplastik 
Isolierte 
Synthesis dieser mit Bewegungsvorstellungen ver- 
knüpften Teilanschauungen zu einem Ganzen. Die 
Auffassung des menschlichen Subjekts mit seiner 
ausgesprochenen Vorderseite, nach der sich die 
Richtung seines Sehens nicht nur, sondern auch 
seines Gehens und jeglicher Hantierung gewolm- 
heitsmässig bestimmt, wirkt weiter. Sowie die eine 
Ausdehnung des Platzes über die andre überwiegt, 
so verlegen wir die entscheidende Richtungsaxe gern 
in die grössere Axe, und es ergiebt, wie wir sehen 
werden, für die optische Auffassung einen wesent- 
lichen Unterschied, wenn in's0lchem Oblongum die 
Richtungsaxe mit ihrem Vorn und Hinten nicht in 
die längere, sondern in die kürzere Axe verlegt wird. 
Nehmen wir zunächst jedoch einen mehr oder 
minder vollkommen symmetrisch angelegten Platz 
mit annähernd gleichen Durchmessern an und stellen 
in der Mitte ein Standbild auf. Dann räumen wir 
diesem statuarischen Ebenbild des Menschen den 
Standpunkt ein, der dem menschlichen Subjekt in 
diesem Raumgebilde zukommt, sowie wir es als 
künstlerische Schöpfung, d. h. als Werk der Städte- 
bauerin Architektur auffassen. jedenfalls gestehen 
wir der dargestellten Person das Vorrecht zu, den 
einzigen Ort einzunehmen, wo eine vollständige 
Orientierung über die innere Gesetzmässigkeit der 
Platzanlage möglich ist, von wo aus allein der Be- 
trachter den ganzen Umkreis beherrscht. Alle leben- 
digen Menschen werden dadurch in Wirklichkeit auf 
die Seite gedrängt, in die zweite Kategorie herab- 
gedrückt, auf die transitorische Teilauffassung des
        

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