Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451689
und 
Mimik 
Plastik 
biete 
dann 
bleibt 
doch 
immer 
die 
Natur 
dieses 
Raumvolumcns 
eine 
andre 
als 
der 
Blick 
die 
Landschaft 
draussen 
VO1' 
dem 
Fenster 
Dieser 
Gestaltungsraum ist bis zum massiven Kern der 
dargestellten Formen ringsum durchdrungen vom 
Tastgefühl des Bildners; er ist ihm vertraut ge- 
worden, jemehr er ihn bewältigt. Und dieser Cha- 
rakter der lebendigen Gliederung, der Durchdringung 
mit menschlich eigenem Empfinden bleibt auch be- 
stehen, wenn im Fortschritt zur Vollendung der 
persönliche Anteil sich auf den Standpunkt des reinen 
Schauens zurückzieht, wo die Klarheit und Konse- 
quenz der Gesichtsvorstellung allein, die wir abzu- 
lösen glauben von ihrem körperlichen Substrat, 
schon für sich befriedigen und als Woltat genossen 
werden mag, wo aber zugleich, so sollten wir meinen 
und so denkt auch Hildebrand selbst, der innigerc 
Genuss des F ormgefühls nicht aufhört sein Recht zu 
behalten. Für den Schöpfer bleibt doch dieser 
Körper das Geschöpf seiner_ Hand, bleibt dessen 
Raumvolumen das Ergebnis seiner verwirklichenden 
Arbeit, seiner Uebertragung von Bewegungsvor- 
stellungen und mimischem Gebaren auf den Stein, 
 als wärs ein Stück von ihm. 
Die Plastik allein vergleicht sich so nah mit 
dem Zustand der Gebärerin, mit dem Verhältnis der 
Mutter zu dem ungeborenen Kinde in ihrem Schofs. 
Und auch wenn das neue Wesen ausgetragen ist 
und selbständig werden kann, so gehört es doch 
immer zum eigenen Stamme, lebt in einer verwandten 
Sphäre, die sich. unserer Tastregion nicht völlig ent-
        

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