Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451649
Mimik und Plastik 
„Ind_em die Figur, als Bildeindruck gefasst, auf 
diese Weise in die Tiefe fortschreitct, ergeben sich 
dann auch die Scitenansichten und zuletzt die Rück- 
ansieht als die notwendigen Konsequenzen." 
„Man sieht aus dem so beschriebenen Verlauf 
der Steinarbeit, dass der Bildhauer dabei -v0n einer 
Bildvorstellung ausgehen muss und deren Form- 
vorstellung in Wirkliche Bewegungsvorstellung um- 
setzt" (119). 
Bei diesem Bericht über sein Verfahren ver- 
gisst Hildebrand nur eine Tatsache ausdrücklich an- 
zuerkennen, auf die wir sogleich im Voraus hin- 
gewiesen, eben die, dass für diese Steinarbeit der 
Steinblock selbst das räumlich-körperliche Substrat 
und damit den dreidimensionalen Komplex geliefert 
hat. Das ist aber vor allen Dingen die Aufrichtung 
der Mittelaxe, auf die sich von allen Seiten die An- 
sichten zubewegen, es ist die Festlegung des Ko- 
ordinatensystems in diesem Centrum. Das ,',Selbst- 
verständliche", das beim Modellieren in Thon erst 
sozusagen erschaffen werden muss, ist hier gegeben, 
bereits fertig adoptiert. Das Modellieren in Thon 
ist im Wesentlichen Additionsverfahren, die Stein- 
Sktllptlll" dagegen ausschliesslich Subtraktion. Die 
Methode der Letzteren setzt also an einem viel 
späteren Punkt erst des ganzen Wegeshein! 
Mit dieser unläugbaren, selbstverständlichen 
Tatsache hängt aber eine andre zusammen, die 
einen grundsätzlichen Einwand gegen rein optische 
Zurechtlegung des Problems der Form in der bil- 
denden Kunst veranlasst. Erfüllt nun wirklich die
        

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