Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451610
Steinskulptur 
Thonbildnerei und 
geformten Element, aus welchem das Unfertige als 
ein Gewachsenes hervordämmert, Weshalb die Fort- 
Setzung seines Wachstums als natürliche Zukunft 
anmutet. Das Bild gestaltet sich aus dem Raume 
selber weiter und wirkt nur immer relativ fertig zum 
Steinhintergrund" (I I 7). 
Es giebt kaum eine Stelle, die so wie diese be- 
zeugt, dass des Bildhauers persönliches Empfinden 
durchaus von malerischen Anschaungen ausgeht. 
Immer die Bildvorstellung, der Augenschein, die 
Helldunkelwirkung. Selbst der Ausdruck „wie ein 
Gewachsenes" und „die Fortsetzung des Wachstums" 
sind hier nicht in dem Sinne zu verstehen, der sonst 
dem Plastiker am nächsten liegt, sondern ganz un- 
eigentlich 1), im Sinne eines Hervortauchens, Empor- 
quellens eines Hellen, deutlich Sichtbaren aus einem 
Dunkel, das unser Auge nicht durchdringt, oder des 
Geformten aus dem formlosen Brei,  aus dem 
"Nebelraum", wie er weiterhin sich ausdrückt. Das 
heisst, es ist ein Vergleich, der dem Augengeschöpf, 
dem feingebildeten, empfindlichen, durch und durch 
malerisch gewohnten Sinn des modernen Künstlers 
geläufig ist,  dem die Raumwerte der Erschei- 
nung, der entfernten, das Vertraute geworden, die 
Funktionswerte der Glieder, der nahen, tastbaren 
dagegen entfremdet sind. So begreifen wir, dass 
I) Aus der organischen Natur wäre W01 am ehesten an Knospen 
und Blüten auf dem Busch, d. h. die farbigen auf der grünen Folie, 
oder wenigstens an frischgewachsene hellgrüne Blätter auf der dun- 
keln Masse des Gewächses zu denken,  also auch Farbenkon- 
traste oder Hell und Dunkel.
        

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