Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451551
Thonbildnerei 
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Schwierigkeiten der Arbeit in härterem Material an 
mehr als einem Punkt den natürlichen und unmittel- 
baren Weg des schöpferischen Verfahrens verbieten, 
zu Kompromissen nötigen und nur auf Umwegen 
zum eigentlichen Ziel gelangen lassen. 
Der mafsgebende Unterschied, durch den wir 
zum eigensten Wesen der Bildnerei geführt werden, 
das ihre besondere Bestrebung ein für allemal von 
dem der Schwester Malerei trennt, liegt grade 
darin, dass die Manipulation zunächst dem schöpfe- 
rischen Subjekt, dem Bildner selbst keinen be- 
stimmten Standpunkt aufzwingt, sondern vielmehr 
die Notwendigkeit der Wahl und Beschränkung auf 
einen festen Gesichtspunkt authebt; denn dieser 
vorgeschriebene Standpunkt ist für das ruhige 
Schauen allein, er ist, wie wir uns gesagt haben, 
der specifisch malerische Standpunkt. Ihn kann 
der Bildner bei der Arbeit selbst nicht einnehmen, 
sondern immer nur nachträglich, sozusagen in Inter- 
vallen zu kontrolicrenden Wirkungsproben. Im Her- 
vorbringen der realen Form selber ist sein Stand- 
punkt der des nahen beweglichen und abtastenden 
Sehens, ja noch mehr des Hantierens, innerhalb der 
Tastregion, wobei er sich „in seiner Vorstellung 
immer um den Gegenstand herum bewegt".  So 
eben, und nur so allein entsteht unter seiner Hand 
der dreidimensionale Körper aus dem formlosen Brei. 
Diese stereometrische Grundlage, an der dann all- 
mählich der Schein des organischen Gewächses nach 
unserm Ebenbild gedeihen soll, dieses u11entbehr- 
liche Substrat kann auch der Blinde kraft seines 
Schmarsow, Plastik, lYIalerei u. Reliefkunst. 5
        

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