Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451524
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hlinuik und Plastik 
der Körperbildnerin zu tun ist, die Heraushebung 
des bleibenden Bestandes aus all dem mimischen 
Wechsel und all der Beweglichkeit der Gliedmaßen 
in ihren besonderen Funktionen. Der Kern des 
menschlichen Einzelwesens als eines selbständigen 
Körpers im Raum wird damit konstituiert,  das 
ist der Anfang der Plastik. 
Deshalb haben wir uns früher schon gesagt, die 
Wurzel der plastischen Schöpfung liege in der 
Höhendimension, die wir gemäss dem eignen Körper- 
gefuhl die erste nennen. 1) Mit der Annahme oder 
Aufrichtung eines Höhenlotes als Dominante des 
dreidimensionalen Komplexes beginnt die konkrete 
Gestaltung in irgendwelehem Material.  Wo der 
rohe Steinbloek als Surrogat eines eigenen Ge- 
schöpfes angenommen wird, da ist es ja die Natur, 
die "das Selbstverständliche", d. h. die konstitutive 
Grundlage des Körpers liefert. Von der eigen- 
händigen Behandlung des bildsamen Materials da- 
gegen, das nichts als einen formlosen Brei oder 
Teig darbietet, von dem primitivsten Kneten und 
Formen in Thon und Wachs oder dergleichen dürfen 
wir also viel deutlicheren Aufschluss über die Ent- 
stehung der konstitutiven Faktoren der Körperlich- 
keit erwarten, auf die es ankommt. Für die plastische 
Herstellung grösserer Figuren in Thon wird ja der 
Haltbarkeit wegen zuerst ein Gerüst aufgebaut und 
I) Das XVesen der architektonischen Schöpfung, Leipzig 1893 
Der Wert der drei Dimensionen im menschlichen Raumgebilde, 
Leipzig (Berichte der k. sächs. Gesellschaft der Wiss., 1896 und 
Heft I dieser Beiträge zur Ästhet. d. bild. Künste. 1896. S. 33.
        

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