Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451504
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Plastik 
Mimik und 
„wird als Komplex von Formen aufgefasst, die das 
Gepräge bestimmter Funktionsmöglichkeiten tra- 
gen", 1) längst ehe dieser nämliche Körper als ein- 
heitliches Gewächs um seiner selbst willen, ge- 
schweige denn durch das Ebenmafs seiner Gliederung, 
durch die Rundung und Fülle seiner Formen, durch 
den woltuenden Fluss seiner Umrisslinien irgend 
welches Wolgefallen erregt. Die Auffassung alles 
Sichtbaren unter der zeitlichen Anschauungsform 
vermittelt zunächst jeden innern Anteil, den wir 
an den Erscheinungen nehmen. Und diese be- 
lebende Kraft unsrer Vorstellung erstreckt sich nicht 
allein auf die gleichorganisierten und alle ähnlich 
ausgestatteten Lebewesen, sondern von hier aus auf 
die gesamte Natur. 
S0 wird es auch begreiflich, dass für die mi- 
mische Kunst die Erscheinung als Funktionswert der 
notwendigste, elementarste Ausdruck, der Körper 
als-Bewegungsapparat allein die unentbehrliche Grund- 
lage ihres Schaffens ist, während die vollrunde Kör- 
perlichkeit dieses Substrates, die menschliche Gestalt 
als Erfüllung eines Raumvolumens nur untergeord- 
nete Bedeutung behält. Die Form als räumlich 
körperliche Ausdehnung in ruhigem Zustand ist für 
die Mimik eine Vorstellung von sekundärem Wert. 
Nicht der Raumwert, sondern der Funktionsivert ist 
ihr die Hauptsache. 
I) Hildebrand, dessen VI. Kapitel zum grössten Teil hierher 
gehört und am besten bei der Lektüre seiner Schrift vorausgenom- 
men wird.
        

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