Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451493
Gebrauchsfähigkeit und Äusdrucksfähigkeit unsres Leibes 
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und die Beobachtung unsrer Glieder als Werkzeuge 
bei ihrem praktischen Gebrauch. Lange bevor sich 
eine Gesamtvorstellung der menschlichen Gestalt als 
organischer Einheit ausbilden kann, sind die Glied- 
mafsen in ihrer Verwendbarkeit geläufig, ja selbst 
die Ausdrucksfähigkeit des_ganzen Bewegungsappa- 
rates für die mannichfaltigen Äusscrungen des Willens 
wol vertraut. Wie das Kind der Mutter, der Knabe 
dem Vater die Bewegungen seiner Glieder und die 
Handhabung der Werkzeuge zu jeglichem Zwecke 
des Alltagslebens absieht, in innerer Nachahmung 
die Innervation des ererbten gleich organisierten 
motorischen Apparates vollzieht und wiederholend 
oder verstärkend unwillkürlich dazu gelangt, die 
nämliche Tätigkeit auch wirklich auszuüben, so ler- 
nen wir Alle, von hier aus, jede wahrnehmbare Ver- 
änderung an verwandten Wesen verstehen und ge- 
winnen den gangbaren Vorrat von Kenntnissen, die 
uns den "Funktionsausdruclä' menschlicher Körper- 
formen, sei es im Gesamtzug der Haltung, im In- 
einandergreifen zweckmässiger Bewegungen oder gar 
im ruhenden Zustand des Einzelgliedes vermitteln. 
Unter rein praktischen Gesichtspunkten, die noch 
jeder künstlerischen Anwandlung fremd scheinen, 
bildet sich der Scharfblick des Jägers und des Hir- 
ten, wie noch heute des Indianers für die Wahr- 
zeichen zweckentsprechender Bildung in allen For- 
men des organischen Gewäehses aus. 
Mit ihrer Wahrnehmung stellt sich die Vorstel- 
lung des Vorganges, der möglichen Bewegung und 
ihres zeitlichen Verlaufes ein. Der ganze Körper
        

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