Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451453
Normalbildung 
des 
Körpers 
organischen 
sichtsvorstellung als Ergebnis des höhern Sinnes 
allein, nicht mehr als ausschliessliche Formel für die 
Seligkeit des Kunstgcnusses und des Kunstschaffens 
festgehalten Wird. 
Handelt es sich in der reinen Plastik anerkann- 
termafsen um die Darstellung des organischen Men- 
schenkörpers in erster Linie, so kann den echten 
Bildhauer auch Nichts mehr beleidigen, als wenn an 
einer vollrunden Statue z. B. ein Glied des organi- 
schen Gewächses misraten und verkürnrnert ist. Berufen 
wir uns nur auf das klassische Beispiel bei Michelangelo, 
wo ein Oberarm verhauen Ward und seine Volle Form 
nicht aufwies! Die Plastik kennt keine Krüppel bis 
auf die seltensten Ausnahmen. Nachträgliche Ver- 
stümmelung beleidigt nicht. Wer, unter Künstlern 
nur, genösse nicht die Venus von Milo ohne ihre 
Arme, um die sich die Gelehrten streiten? Warum 
aber erhebt sich der geniessencle Betrachter, dessen 
Blick immer wieder über die Ansatzstellen hingleitet, 
mit immer geringerm Anstoss über diese gewalt- 
same Abstraktion in concreto?  Eben weil die 
Vorstellung arbeitet und die ganze Seele, nicht der 
Augenapparat allein.  "Es stellt sich heraus, dass 
wir die Vorstellung darstellen," sagt Hildebrand 
selbst einmal bei Gelegenheit des Wagenrades, das 
nrollend" Wirken soll, 'aber in normaler "Daseins- 
form" gezeigt wird. Sollte die Plastik auf die Be- 
währung aus der Nähe, die Prüfung von verschie- 
denen Seiten verzichten, die allein imstande ist, das 
Normale und Typische, das ihr am Herzen liegt, 
von dem Zufälligen und Bedingten, Einseitigen und
        

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