Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451440
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Malerei 
und 
Plastik 
eigenste Anliegen der Plastik als Kunst, 
nur in der schöpferischen Darstellung 
des Körpers selbst gesucht werden; denn das 
ist ausschliesslieh ihres Amtes als „Körperbildnerinß', 
wie wir sie kurz definiert haben. 
Damit aber bestünde die Woltat, die wir durch 
das Kunstwerk empfangen, gerade in der Erschaffung 
des Kubischen und der überzeugenden Wirkung der 
dritten Dimension, durch die sich die volle Wirk- 
lichkeit der Dinge dieser Welt zu behaupten pHegt, 
oder, anders ausgedrückt, in der Klarheit räumlich- 
körperlicher Vorstellung, die das Gebilde erweckt, 
d. h. in vollster Übereinstimmung des Kunstwerkes 
mit der dreidimensionalen Anschauungsform unsres 
menschlichen Intellekts. Und diese Übereinstimmung 
mit dem Hausgesetz des Menschenhauptes wäre eben 
die Ursache, dass wir das Kunstwerk als Woltat 
begrüssen und mit Genuss uns ihm hingeben. Wenn 
uns aber das Kubische nicht belästigt mit seiner 
vollen Konsequenz, als höchstens indem wir es mit 
malerischem Sinn betrachten; wenn nicht der lautere 
Augenschein allein, der iiächenhafte, uns befriedigt, 
sondern auch die dritte Dimension, die uns entgegen- 
drängt,  dann kommen wir freilich bei einem mo- 
dernen Bildhauer in den Verdacht, wir hätten eigent- 
lich gar kein künstlerisches Verhältnis zur Natur und 
somit kein Recht, überhaupt mitzureden. 
 Und dennoch glauben wir uns nicht zu täuschen, 
auch die Überzeugung dieses Bildners zutreffend zu 
verstehen und auslegen zu können, vorausgesetzt, 
dass die Abgezogenheit des Augenscheines, die Ge-
        

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