Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451428
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Malerei und Plastik 
muss sich durch eine Reihe unerlässlicher Überein- 
stimmungen bewähren, und zwar für unser eignes 
Körpergefühl. Was über den Wert der beiden 
Grundrichtungen, die Senkrechte und die Wagrechte, 
gesagt. worden ist, gilt hier nur noch unmittelbarer. 
Das Höhenlot, das unser Blick einsetzt, muss sich als 
aufrechte Grade, d. h. als grade Haltung ausweisen, 
und wo diese nicht gezeigt wird, doch als Richtungsaxe 
des Wachstums vorhanden sein, also die Möglichkeit 
zu solcher Haltung erkennen lassen. Die Horizontale 
bildet schon in der Basis die notwendige Ergänzung 
und wird an verschiedenen, uns wol bekannten 
Stellen des Leibes eingelegt, um-das Gleichgewicht 
der Massen zu beurteilen, wie die Abweichungen 
davon, die sich als willkürliche Bewegungen des Ge- 
schöpfes erklären. Das Alles geschieht mit einer 
fast unkontrollierbaren Schnelligkeit vermittelst unsrer 
Augenbewegungen; aber auf dieser summarischen 
Orientierung beruht die Entscheidung, dass das mar- 
morne Ding da ein Lebewesen bedeute. 
Die Kontrolle des Formbildens durch den Ge- 
sichtseindruck vom entfernten Standpunkt, diese 
Probe auf das Zusammengehen der realen Körper- 
form zu einem glatt verlaufenden Wahrnehmungs- 
akt, im Ganzen und im Einzelnen, und auf die letzte 
Forderung, dass diese reine Erscheinung auch ein 
deutliches Ausdrucksbild der Form abgebe und ihren 
Wert als klare Gesichtsvorstellung bewähre,._ diese 
ganze Begutachtung des taktilen Verkehrs zwischen 
dem Künstler und seinem bildsamen Substrat rückt 
doch wol wie zeitlich, so auch sachlich in der dar-
        

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