Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451383
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Malerei und Plastik 
sich durch die formende Hand und ihre Werkzeuge 
auf das bildsame Material übertragen oder schon in 
diesem selber gegeben sind. 
"Das geistige Material des Bildhauers sind Be- 
wegungsvorstellungen", auf denen auch unser Form- 
Sehen und Form-Vorstellen beruht  Diese aber 
werden nicht von dem entfernten Standpunkt zu 
dem Objekt gewonnen, auf dem nach Hildebrand die 
Erscheinungsform, die das Kunstwerk festhält, allein 
beruhen _soll (68, Anm.), sondern von dem nahen 
Standpunkt, der innerhalb unsrer Tastregion gelegen 
ist. Auf diesem Standpunkt in greifbarer Nähe wird 
das Auge selbst zum Tastorgan, wie an den oben an- 
geführten Stellen beschrieben steht. Wenn dies schon 
bei jedem Beschauer eines dreidimensionalen Kör- 
pers der Fall ist, wie viel mehr Bedeutung wird 
dieser Process beim Bildhauer während der Arbeit 
an dem „stofflichen Material" gewinnen, auf das er 
sein „geistiges Material überträgt". Wo immer in 
greifbarer Nähe unter unsern Händen eine Form 
entsteht, da arbeitet ja das tastende Auge mit der 
tastenden Hand und ihren Werkzeugen, in die sich 
das Gefühl gleichsam miterstreckt, auf das Innigste 
zusammen. In diesem Gestaltungsprocess bei un- 
mittelbarer Berührung muss doch, so sollten wir 
meinen, das innerste Geheimnis des plastischen 
Bildens gelegen sein; denn die Hauptsache, die er- 
reicht werden muss, bleibt doch die, dass das Er- 
gebnis ein Körper werde, bleibt eben die Kon- 
stituierung des dreidimensionalen Komplexes, der 
die Unterlage aller sonstigen Sinneseindrücke aus-
        

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