Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451338
Sehen 
Abtasten des 
Vom entfernten Standpunkt ergab sich für das 
ruhige Schauen das Fernbild. "Tritt der Beschauer 
aber näher hinzu, so dass er verschiedene Augen- 
akkomodation braucht, um das gegebene Objekt zu 
sehen, dann hat er die Gesamterscheinung nicht 
mehr in Einem Blick, und er kann sich das Bild nur 
durch seitliche Augenbewegungen mit verschiedener 
Akkomodation zusammensetzen. Es teilt sich also 
die Gesamterscheinung in verschiedene Gesichts- 
cindrücke, Welche durch Augenbewegung verbunden 
werden. je näher der Beschauer dem Objekte tritt, 
desto mehr Augenbewegungen braucht er und desto 
kleiner werden die einheitlichen Gesichtseindrücke. 
Zuletzt vermag er den Gesichtseindruck so zu be- 
schränken, dass er nur immer einen Punkt scharf in 
den Sehfocus rückt und die räumliche Beziehung 
dieser verschiedenen Punkte in Form eines Be- 
wegungsaktes erlebt; alsdann hat sich das Schauen 
in ein wirkliches Abtasten und in einen Be- 
wegungsakt umgewandelt und die darauf fussenden 
Vorstellungen sind keine Gcsichtscindrucksvorstel- 
lungen (von nun an kürzer: Gesichtsvorstellungen), 
sondern Bewegungsvorstellungen,  und 
bilden das Material des Form-Sehens und Form- 
Vorstellens." 
"Das geistige Material des Bildhauers sind also 
seine Bewegungsvorstellungen, welche er teils direkt 
aus der Bewegungstätigkeit des Auges selbst, teils 
aus den Gesichtseindrücken gewinnt, und diese bringt 
er, indem er sie mit der Hand wirklich ausführt, an 
einem stofflichen Material zur Darstellung. Diese 
I
        

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