Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451322
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Plastik 
und 
Malerei 
Nun aber haben wir die darstellende Tätigkeit 
des Malers für sich allein verfolgt, ohne uns um die 
Weitere bildende Kunst zu kümmern, die Hildebrand 
damit zusammenfasst. Er geht von der Voraus- 
setzung aus, die Aufgabe, wie er sie formuliert,  
"das Zutagefördern einer allgemeinen Raumv0rste1- 
lung durch die Gegenstandserscheinung"  sei für 
den Bildhauer ganz dieselbe wie Für den Maler. „Die 
Arbeit Beider wird durch dasselbe Vorstellungs- 
bedürfnis geleitet, mögen auch die zu verwendenden 
Mittel noch so verschieden sein." Auch für die 
Plastik ist nach seiner Überzeugung das "Fernbild", 
das reineleinheitliche Flächenbild von entferntem 
Standpunkt, wie es erst von einer gewissen 
Distanzschicht an auf unserm Sehfeld sich dar- 
bietet, das einzige Mittel zur Lösung des Form- 
problems. 
Nach unsrer Ansicht vom Wesen der Malerei 
kann ihr aber unmöglich dasselbe Gestaltungsprincip 
innewohnen wie der Plastik; wir müssen auch für 
diese zu einem abweichenden Ergebnis gelangen, so 
schwer es werden mag, der Ansicht eines Bildhauers 
von seiner eigenen Kunst entgegenzutreten. 
Wir müssen, um mit ihm die künstlerische 
Tätigkeit des Bildners zu verfolgen, zu dem grund- 
legenden Experiment zurückkehren, wo als Objekt 
für die Gesichtswahrnehmung ein Gegenstand (in 
bestimmter Situation) mit Umgebung und Hinter- 
grund gegeben, die Richtungslinie des Beschauers 
fest gelegt, und nur der Abstand auf ihr verschieb- 
bar gelassen war.
        

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