Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451308
und Plastik 
Malerei 
auch Hildebrand gelegentlich  Das ist aber ein 
einfacher Fall für den Maler. „Auf diese Weise 
nimmt der Gegensatz, in dem der Gegenstand zu 
 seiner Umgebung steht, Teil an seiner Charakterisie- 
rung;" aber auch umgekehrt, charakterisiert der Gegen- 
stand durch seine Gegenwart die Umgebung mit. 
Das heisst sie treten beide in einen Zusammenhang. 
Und zwar giebt es, wie Hildebrand selber ausführt, 
normale Wirkungsaccente, typische Situationen, die 
sich in unsrer Vorstellung festsetzen, und zufällige, 
exceptionelle, transitorische Zusammenhänge. „Der 
Künstler bereichert, je nach seiner individuellen Be- 
gabung unser Verhältnis zur Natur, indem er die 
Daseinsform in Situationen bringt, die ihr neue Wir- 
kungsaccente verleihen. je normaler und typischer 
die Wirkungsaccente in einem Kunstwerk fallen, 
desto objektivere Bedeutung besitzt es." Je transi- 
torischer, exceptioneller die Erscheinungseinheit, 
dürfen wir hinzufügen, desto subjektiver wird sie 
uns vorkommen, auch wenn wir in der Malerei ihre 
Berechtigung gar nicht beanstanden. 
Nicht die isolierte Körperform also, aber auch 
nicht die Raumform als solche ist der Vorwurf des 
Malers, sondern wieder nur der Zusammenhang, der 
innerhalb der dargestellten Gränzen henrscht. Im 
Nebelschleier, in dem sich die scharfe Auseinander- 
setzung der Abstände ausgleicht und die Form ver- 
schwimmt, im schimmernden Duft der feuchten, 
lichterfullten Atmosphäre wird auch ein klarer Archi- 
tekturprospekt malerisch, also Darstellungsgegenstand 
für den Maler. Dieser sucht eben den Zusammen-
        

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