Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451277
Zeichnung und Farbe 
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schliesslich zu gründen. Das Problem des Malers 
darf als solches doch nicht darin gesucht werden, 
dass er alle Gesichtseindrücke auf ihre plastische, 
oder sagen wir umfassender räumlich-körperliche, 
Anregungskraft hin prüft und zu diesem Zwecke 
verwendet. Es ist nur ein Teil desselben, der so- 
gar nicht immer zu den Hauptbestandteilen ge- 
rechnet wird.  Und Hildebrand selbst bevorzugt 
auf dieser Seite des Problems wieder erklärtermafsen 
die "zeichnerischen Mittel". "Diese bilden den eigent- 
lichen Kern der Wirkung des Bildes als eines Raum- 
ganzen, sozusagen die Architektur des Bildes."  
„Es ist auf der Hand liegend, dass die Farbe in 
einem dienenden Verhältnis zur räumlichen Vor- 
stellung steht und nur insofern beim Bilde von einer 
innern Einheit der Farbe die Rede sein kann, als 
diese an der grossen Arbeit, ein Raumganzes zu 
bilden, teilnimmt.  Nicht um den Reiz der Farbe 
an sich, wie beim Teppiche, sondern um ihr Er- 
scheinungsverhältnis als Distanzträger handelt es sich 
in erster Linie"  Das ist für den grossenAb- 
schnitt der geschichtlichen Entwicklung, als dessen 
Hauptvertreter wir die italienischen Meister der 
Hochrenaissance gewählt haben, unzweifelhaft richtig. 
Das Helldunkelverfahren eines Rembrandt, so sehr 
es sich auch bei ihm um raumentwickelnde Er- 
scheinungsfaktoren handelt, beweist jedoch den Weg 
zu einer malerischen Einheit, die auf "zeichnerische 
Mittel" im eigentlichen Sinne verzichten und all- 
mählich von der Absicht, Gegenstandsvorstellungen 
zu erwecken, zurückkommen kann.
        

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