Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451264
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und Plastik 
Malerei 
wahrhaft lebendiges Bild der realen räumlichen 
Natur erhalten sollen. In diesem gegenseitigen 
Bedingen der Erscheinungsgegensätze und in ihrem 
gemeinschaftlichen Hervorrufen eines Raumganzen 
besteht eine Einheit der Erscheinung, welche nichts 
gemein hat mit der organischen oder der Vorgangs- 
einheit in der Natur"  
"Gerade durch diese Koncentration und Zu- 
sammenfassung im Bilde vermag die Kunst die zer- 
streute Anregung der Natur zu übertreffen. Der 
Künstler beobachtet auf diesen Zweck hin die Natur- 
erscheinung in ihrem ewigen Wechsel, er scheidet 
alle schwächlichen, nichtssagenden  Konstellationen 
aus."  „Durch die Wirkungsgestaltung des Einzel- 
falles," heisst es an andrer Stelle  „giebt er die 
Vorstellung, die sich an tausend Einzelfällen ge- 
bildet hat."  „Durch dies Reinigungssystem ver- 
mag er dem Bilde die Kraft einzuvcrleiben, die es der 
Natur gegenüber wertvoll macht." 
Darin liegt also die ideale Seite der italienischen 
Malerei bei den Meistern der Hochrenaissance aus- 
gesprochen, die den Realismus des Quattrocento, auf 
dem sie einig weiter bauen, durch diese Konsequenz 
im Sinne des menschlichen Intellekts zu der Über- 
legenheit eines- Systems gesteigert haben, vermöge 
deren eben diesen Leistungen der Wert para- 
digmatischer Bedeutung gesichert wird. 
Auch so aber bleibt dieser „klassische Stil" der 
italienischen Malerei eine historisch bedingte Er- 
scheinung, und es dürfte nicht ratsam sein, die 
Theorie der Malerei als Kunst auf sie allein so aus-
        

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