Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451241
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Plastik 
Malerei und 
gemeinhaftliche Distanzpläne geordnet werden. Ein 
zweites Mittel liegt in der Überschneidung, die einen 
Teil des Dahinterliegenden verdeckt, aber zugleich 
zu ihm überleitet, also z. B. Figuren verschiedener 
Distanzschichten zu einer einheitlichen Flächenwir- 
kung verbindet. Drittens kommt im selben Sinne 
die Lichtfuhrung zu Hilfe, die Flächenbilder von 
verschiedenem Abstand doch als einheitliche Licht- 
massen zusammenzuhalten. Indes ist ja das Licht, 
das den Raum durchdringt, ebendadurch zugleich 
eine auseinandersetzende Macht, die Tiefenwerte 
schafft. Und ebenso steht es mit den Farbentönen, 
die als letztes Mittel der Einigung zum Flächen- 
schein in Betracht kämen, durch ihr Haften an den 
Körpern sowol wie durch ihre Helligkeitsgrade je- 
doch ebenso trennend als verbindend wirken können. 
Da gehen also die beiden Faktoren Flächeneinheit 
und Tiefenwirkung ineinander über (54-60). 
Dieser zweite Faktor wird von Hildebrand als 
unerlässlich gefordert. Von der Erscheinung im 
Bilde selbst muss die Anziehungskraft ausgehen, 
welche die Vorstellung stark nach der Tiefe zieht 
 „Es darf nichts aus dem Bilde auf uns zu- 
kommen, sondern wir müssen in das Bild hinein- 
schreiten, um eine einheitliche Ticfenbewegung zu 
behalten," schreibt der Künstler (53) in lebendiger 
Übertragung der eigenen Ortsbewegung auf den still 
stehenden Beschauer an seinem fest vorgeschriebenen 
Standort, und bekennt so unwillkürlich, wie Selbst 
„im Erfassen des Bildes in einem Blick", das unser 
„ruhig schauendes Auge ohne Bewegungstätigkeit"
        

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