Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451171
Augenschein 
der Weltweite 
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hart, da treten sie noch nicht unter sich auseinander 
als Stücke der Welt, die sich aus lauter Einzel- 
bestandteilen wie ein Theater zusammenschiebt; son- 
dern der dreidimensionale Gehalt bleibt latent, noch 
ungeschieden, ja die Dreifaltigkeit der Axen schwebt 
unsichtbar wie über den Wassern, im Ocean der 
Luft,  eben in der unendlichen Weite, die den 
ursprünglichsten Gegensatz zu uns selber bildet, zu 
dem so kleinen, aber so ausdehnungsfähigen Ich. 
Wenn ein Maler es versucht, eben dieses Ge- 
Fuhl zu veranschaulichen und dem Beschauer un- 
mittelbar zu Gemüte zu führen, so ist es wieder die 
Breitendimension allein, die zum Träger dieses sicht- 
baren Inhalts werden kann; eben in der Ausdehnung 
unsres Horizontes liegt ja der Keim dieser male- 
rischen Idee; ebenda wurzelt auch die Möglichkeit 
ihrer Ausführung. Freilich, diese bleibt für die dar- 
stellende Kunst immer eine Ausnahme, und wir 
fragen nicht mit Unrecht weiter nach Analogieen 
mit einer Schwesterkunst, wie bei jenen Anfangen 
der Wand- und Buchmalerei, in denen das gegen- 
ständliche Interesse der Poesie noch die leitende 
Rolle spielt. "Stimmungsbilder" haben wir sie von 
vornherein genannt, "Gefühlsausdruck", möglichst 
gegenstandslos, in ihnen gesucht. Und so sind es 
Analogieen mit der Lyrik allein, wenn der Weg 
durch die Vorstellung gegangen, mit der Musik 
allein, wenn die Gemütslage und die Sinnessphäre 
den Antrieb hervorgebracht. Auch dies Symptom 
natürlich charakteristisch für die Zeit, in der solche 
Malereien 
entstehen.
        

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