Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451168
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Malerei 
Plastik 
und 
Oder deuten wir endlich auf ganz moderne 
Richtungen hin, die uns zunächst liegen, auf die 
durchaus malerisch gesonnenen Stimmungsbilder, in 
denen Körper und Raum wie durcheinander gewebt 
zum wesenlosen Scheine, nur Licht und Farben aut 
der Fläche festgehalten, so weit verschweben, dass 
sie kaum noch die formale Anregungskraft eines 
Nebelstreifs bewahren. Wie viele Übergangsstadien 
liegen vor diesen verschwimmenden, aus Duft nur 
hingehauchten Erscheinungen. Wie viele Wolken- 
gebilde seit Correggio, von denen die Gegenstands- 
vorstellung des phantasievollen Beschauers behaupten 
mag was sie will, wie Hamlet und Polonius, der ihm 
nach dem Munde redet und doch der Gefoppte 
bleibt, sind diesen modernsten Bildern voraus- 
gegangen und immer zu schwer, zu materiell, zu 
formbestimmt erfunden worden. 
Da rühren wir von andrer Seite wieder an das 
Wesen der malerischen Schöpfung und kehren auf 
neuem Wege zu ihrer Wurzel zurück. Nicht mehr 
aus dem Bedürfnis der pragmatischen Phantasie ent- 
sprungen, nicht mehr auf Gegenstandsvorstelltingen 
erpicht wie jene frühen Versuche sind diese 
Äusserungen, die ihrerseits die reinsten, eben dieses 
Wesens selbst zu sein behaupten. Aus den Sinnes- 
eindrücken des Auges allein möchten sie stammen. 
Sie leiten also zurück zu dem Flächeneindruck 
unsres Sehfeldes oder der unbezeichneten Weite des 
Sehraumes ringsum. Dort setzen sich die Dinge 
nicht mehr mit unserm eignen Körper auseinander 
wie die der nähern Umgebung, so aufdringlich und
        

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