Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451159
Rein 
Anschauung 
malerische 
diejenige Auseinandersetzung des Menschen mit der 
Welt zu geben sucht, die keine sonstige Nachbarin 
so zu geben vermag oder geben will,  mögen 
diese nun Poesie oder Baukunst heissen wie hier, 
oder Mimik und sonstwie. 
Wenden wir unsern Blick dagegen auf diese Zeiten 
in der Geschichte der Malerei, wo die Annahme 
eines festen Standpunktes für das Bild längst zur 
selbstverständlichen Voraussetzung geworden war, 
und wo das echt malerische Streben in eigenster 
Ausbildung seinen Höhepunkt erreicht, um auch 
dort zu fragen, inwiefern sie „die volle Form- 
Vorstellung von dem Gegenstand erwecken" will. 
Nehmen wir also ein Gemälde von Rembrandt oder 
eine seiner Radierungen beliebigen Inhalts; genug, 
wenn sein besonderes Vermögen für sich zum Aus- 
druck kommt. Da tauchen aus dem tiefen Dunkel 
die Lichterscheinungen auf und steigen zur Höhe 
lebendigster Wirkung, ohne dass wir nach ihrer kör- 
perlichen Gestalt Fur sich oder nach ihrem räumlichen 
Verhältnis genau zu forschen veranlasst werden. Ja, 
sobald wir die volle Formvorstellung von allen Gegen- 
ständen solchem Bilde abzufragen begehren, so gehen 
wir nicht allein der Einheit des Ganzen, sondern 
auch des reinen Genusses an der echt malerischen 
Leistung als solcher verlustig. Weshalb? Doch W01 
nur, weil die Ökonomie der Erscheinungsfaktoren in 
ein Gleichgewicht gebracht ist, das den Druck auf 
einen einzelnen von ihnen nicht verträgt, ohne 
Störung der Harmonie. Bildhauer und Baumeister 
haben nicht mehr dreinzureden wie einst.
        

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