Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451091
Formvorstellung 
Die volle 
bildes". So weit vermögen wir uns anzuschliessen. 
Aber es folgt sogleich ein Schritt, der vorerst zu 
weit geht.   
„Insofern diese Eindrücke jedoch Formvorstel-X 
lungen erwecken sollen, ergiebt sich die Aufgabe, ein 
derartiges F lächenbild darzustellen, dass wir die volle 
Formvorstellung von dem Gegenstande empfangen. 
Dies zu leisten ist er nur dadurch im stande, dass 
er alle Gesichtseindrücke auf ihre plastische An- 
regungskraft hin prüft und zu diesem Zweck ver- 
wendet (d. h. die Flächenmerkmale ausbeutet, die 
ein Näheres oder Ferneres bedeuten).  Darin liegt 
das Problem des Malers"  
ja, inso fern er durch Gesichtseindrücke Form- 
Vorstellungen erwecken will. Dies ist aber durchaus 
nicht immer der Fall, wenigstens nicht derart, dass 
wir die volle Formvorstellung vom Gegenstande 
empfangen.  Ursprünglich ist das Bild wie unser 
Sehfeld eine Fläche. Und in der Dynamik der 
Erscheinungsfaktoren, die darauf zum Vorschein 
kommen, kann eine sehr verschiedene Ökonomie 
walten, die in mancherlei Kombinationen sich zwischen 
zwei entgegengesetzten Polen bewegt, der abstrakten 
Idealität und der konkreten Realität, oder der 
geistigen Vorstellung und der sinnlichen Wahr- 
nehmung, deren eine im Reiche der Phantasie, deren 
andre im Reiche der Wirklichkeit zu herrschen piiegt. 
Es giebt im weiten Gebiet der Malerei geschicht- 
liche Beispiele genug, die vielmehr für die geistige 
Vorstellung als für die sinnliche Anschauung arbeiten. 
Sie verwenden die Erscheinungsfaktoren des Bildes, 
25k
        

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