Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451024
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Einleitung 
suchen, mit zahlreichen vibrierenden Nervenendi- 
gungen in und neben den Zäpfchen der Retina, so 
haben .wir fortwährende unausgesetzte Bewegungs- 
tätigkeit, nicht allein chemische Reaktion, sondern 
mitwirkende Empfängnis, ja ein Entgegenkommen, 
das bis zum feinsten innerlich vollzogenen Abtasten 
sich steigern mag. Nur so scheint sich zugleich 
eine Erklärung anzubieten, Wie unser Sehen Wieder 
auf die motorischen Centren übertragen zum Nach- 
formen des Gesehenen durch _die Tastorgane der 
Finger zu werden vermag. 1) 
Doch lassen wir diese Erklärungsversuche der 
physiologischen Optik, mit denen wir doch nicht 
auskommen, ganz aus dem Spiel, bis auf die eine 
Tatsache, die wir berücksichtigen müssen: bei der 
Kleinheit der Stelle schärfsten Sehens im Auge bleibt 
ja schon die Mitwirkung des beweglichen Apparates 
der Augenmuskeln unentbehrlich, und der Appell 
vom sinnlichen Wahrnehmen, mit dem sich die 
Physiologen beschäftigen, an den Vorstellungsakt, in 
dem der Psycholog die Synthesis sich vollziehen 
lässt, bleibt unausweichlich. 
Doch sei auch dem, wie ihm wolle: die An- 
nahme eines ruhigen Schauens, das sich ohne Be- 
wegungstätigkeit vollzöge, ist eine Fiktion, und der 
I) WVir haben diesen Bedenken schon in den beiden früheren 
Heften dieser Beiträge durchweg Rechnung getragen, soweit dazu 
Veranlassung war (vgl. z. B. II, II  Vgl. neuerdings auch E. 
te Peerdt, Das Problem der Darstellung des Momentes der Zeit. 
Strassburg 1899.
        

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