Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453173
der Kunst 
Reich 
Das 
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Nachbarinnen ringsum ebensoviel verschiedenartige 
Eroberungszüge in die Welt hinaus, bis an die 
Gränzen der Unendlichkeit,  des Unerreichbaren, 
des Unermesslichen, des Unabsehbaren, und wie die 
negativen Ausdrücke unsrer Sprache sonst lauten, 
die, klüger als unser begriffliches Denken, keinen 
positiven Namen dafür ausspielt.  
Damit haben wir den Standpunkt gewonnen, 
von dem die Betrachtung der ganzen Reihe dieser 
Künste als schöpferische Betätigungen des Menschen 
am natürlichsten ausgeht. Es ist der Mittelpunkt 
und Ausgangspunkt alles künstlerischen Schaffens 
und Geniessens selber, das Mafs aller Dinge:  
der Mensch. 
Die ursprünglichste Äusserung des künstlerischen 
Triebes, die nicht mehr wie die Ausdrucksgebärde 
im Augenblick zcrrinnt, sondern dauernd wahrnehm- 
bare Form hinterlässt, ist sicher die O r n a m e ntik. 
Sie ist in ihrem eigentümlichen Wesen nichts Anderes 
als We r t b e. z e i c h n u n g. Sie prägt also mit ihren 
Zeichen nur den Sinn alles künstlerischen Schaffens 
aus, das die Werte des Daseins und des Lebens 
dem Strom des Werdens und Vergehens zu entrücken 
trachtet und sie verewigen will, zu bleibendem 
Genuss. Aber sie selbst ist noch keine Kunst, wie 
die andern sechs; denn sie vermag diese Werte 
nicht selber darzustellen und wiederzugeben, sondern 
nur auszuzeichnen durch den Niederschlag des 
mimischen Spieles um sie herum. Eben- 
deshalb aber ist sie allen Schwestern ohne Aus- 
nahme gleich vertraut und schlingt um das Ganze 
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