Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453138
der Kunst 
Reich 
Das 
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Denkprocesses aber rühren sie auch an die Gränze 
des Abstrakten, wo der Zauberstab künstlerischer 
Gestaltung versagt. 
Dass auch im Reich der Künste solche Abstufung 
vom Elementaren, von den Grundmäehten des Daseins 
zu den Höhen des Geistigen hinauf anerkannt werden 
muss, wenn wir uns nur bewusst bleiben, dass das 
Werturteil, das diese Bezeichnungen gestempelt hat, 
anderswoher stammt und sachlich garnichts damit 
zu schaffen hat, diese Tatsache lehrt uns auch eine 
andre Erwägung einsehen, die das einfachste Gebild 
ins Auge fasst, das jede dieser Künste hervorbringt, 
um daraus immer komplieiertere Schöpfungen zu- 
sammen zu setzen. Bei der Musik ist es der natür- 
liche Laut oder der künstlich erzeugte Ton, bei der 
Mimik die Gebärde, unter der wir vorwiegend Körper- 
bewegung verstehen, und die Miene, die wir auf 
Bewegung der Gesichtsmuskulatur beschränken. Die 
Poesie aber verbindet die Elemente beider Schwester- 
künste zu einem neuen Element, der Lautgebärde, 
dem Wort, in dem beide Grundlagen, der Laut 
sowol wie die Gebärde, miteinander verwachsend, 
einen Teil ihrer ursprünglichen Kraft aufgeben, um 
so zu einem "konkretem" Ausdrucksmittel für die 
Mannichfaltigkeit der Dinge selbst, ihre Äusserungen 
und ihre Beziehungen zu werden. In dem Vokalis- 
mus der Sprache ist die elementare Gewalt der Töne 
auf eine kleine gedämpfte Scala eingeschränkt, im 
Konsonantismus die ausgreifende Gebärdensprache 
des ganzen Körpers und das sichtbare Mienenspiel 
zu einer verhaltenen Kryptomimik um den Atmungs-
        

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