Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1451016
Einleitung 
Ergebnis allein die Lösung des Formproblems cr- 
geben soll. 
Folgen wir jedoch Hildebrand und lassen unser 
Auge einmal in ruhigem Zustand, ohne Bewegungs- 
tätiglteit schaucnd, dann lässt es sich wol nur mit 
einer photographischen Camera vergleichen, und die 
Retina verhielte sich wie die empnndliche Platte, das 
heisst a rein passiv, den chemischen Veränderungen 
ausgesetzt, die sich ohne sein Zutun vollziehen. 
Aber eben deshalb kann dieser Zustand nur sehr 
kurze Zeit dauern, die chemische Zersetzung durch 
das einfallende Licht Würde bei längerem Stillstand 
der Retina zerstörend wirken. Sie selber löst die 
Reflexbewegung aus, die durch neue Zufuhr das 
Organ rettetund Wieder für chemische Einwirkung 
empfänglich macht. Der Moment der "Ruhe" wird 
zwangsweise durch eine Bewegung abgelöst, und 
diese beschränkt sich bei der sonstigen Verbindung 
des Augapfels mit äusseren Muskeln nicht auf das 
Innere, die Retina und ihre Gefässe, sondern bringt 
Drehungen des Augapfels hervor. Das Auge ist also 
nicht mehr "ohne Bewegungstätigkeit", wie es sein 
sollte.  
Nun aber hinkt der Vergleich der Retina mit 
dem empfindlichen Häutchen der photograpahischcn 
Platte und deren passivem Verhalten, das die Ein- 
wirkung des Lichtes nur so über sich ergehen lässt, 
bekanntlich, nach mehr als einer Seite. Unser Sehen 
ist Aktivität schon im Empfangen des Sinnesein- 
druckes selber. Sowie wir demgemäss das Auge 
etwa als verfeinertes Tastorgan zu erklären ver-
        

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