Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453013
und 
Monumentale 
Statuen 
dekorative 
211 
Götter 
entschieden. 
Die 
Innenfläche 
dieser 
Raum- 
form 
IIIUSS 
sich 
nach 
dem 
Bedürfnis 
des 
mensch- 
liehen Subjekts darin natürlich wieder rhythmisieren 
für die successive Auffassung, die allein möglich ist, 
sobald der Centralpunkt eingenommen wird, von 
dem es das Ganze versteht. Aber diese architek- 
tonische Gliederung durch Wandnischen und weiteren 
Recessen entwickelt nur relativ Ruhepunkte, relativ 
selbständige Stellen, die sich alle dem fortlaufenden 
Zusammenhang einordnen. Auf diese Standorte 
ringsum werden die Götter verteilt. Einer dem 
Eingang gegenüber, am Ende der Tiefenaxe, zwei 
andre an beiden Enden der Breitenaxe gewinnen 
höheren Weit, aber keinen, der es mit dem Kuppel- 
centrum, wo in kreisrunder Öffnung das Himmelslicht 
eintritt, irgendwie aufzunehmen vcrmöchte. Alle 
sind abhängig geworden, auch Jupiter selbst, von 
einer höheren Gemeinschaft, die über sie alle hin- 
geht. Erst als Gesamtheit bedeuten sie vollauf, was 
sie vorstellen können. Die Mehrzahl geht ein in 
Reliefanschauung; aber sie sind keine Standbilder im 
Sinne der isolierten Rundplastik mehr, deren jedes ein 
Monument für sich, die Einheit der organischen Gestalt 
als Ausdruck persönlichen Wesens allein verkündigt, 
sondern Bestandteile eines Ganzen, dekorative Plastik. 
Das sind auch die Heiligen des christlichen 
Himmels an den Kirchenfassaden der Renaissance 
und des Barock, trotz aller Kraft des plastischen 
Sinnes; das sind die Linzählbaren Statuen, Statuetten 
und Halbfiguren an gotischen Kathedralen,  von halb 
tektonischen, noch nicht einmal in der Hauptsache
        

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