Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1453008
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Reliefanschauun g und Dekoration 
keinem 
andern 
Gedanken 
Vorerst 
als 
dem 
Zweck 
der ganzenVerkörperung:  der überzeugenden Nähe 
des Daseins, der sinnlich wahrnehmbaren Gegenwart. 
Ob das Bild seines Zeus sich zur Reliefanschauung 
einige an seinem Standort, ist eine Frage, die dem 
Phidias ebensowenig gekommen sein dürfte, wie 
seinen Landsleuten, für deren Glauben er das Ko- 
lossalbild erschuf, und die Athene Promachos, die 
zwischen Baukörpern aufragte, will sich erstrecht 
nicht mit dieser Situation zu harmonischer Gesamt- 
erseheinung für den malerischen Sinn des objektiven 
Beschauers ausgleichen, noch als Teil einer Gesamt- 
heit aufgefasst werdeil, wie die Reliefanschauung es 
fordert, sondern sich selber behaupten, trotz all dem 
kleinen Menschenwerk, das sie beschirmt, wie die 
Herrin der Stadt, die mit ehernem Fuss die Akro- 
polis bestiegen hat und dasteht,  schon von Ferne 
dräuend für den Feind, der begehrlich von Meer 
oder Land herüberschaut. 
der 
Und warum stellt 
Griechen auch die 
die plastisch denkende Kunst 
kleineren Götter an der Front 
ihrer Tempel nicht als Einzelstandbild auf, sondern 
nur in vorübergehender historischer Situation, wenn 
auch von bleibender Bedeutung, d. "h. im Reliefbild? 
Warum macht sie es nicht wie die christliche Kunst an 
ihren Kirchenfassaden? Wir können die Antwort aus 
einem künstlerischen Ganzen holen, das zeitlich da- 
zwischen liegt, aus dem Pantheon des Agrippa in 
Rom. Mit der Verschleifung der selbständigen Seh- 
felder auf jeder Seite zu einer einzigen cylindrischen 
Pilächeilbewegung ringsum ist auch das Schicksal der
        

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