Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452996
Giebelfeld 
Statuenschmuck 
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Reihung von einem Ende zum andern, eben auch 
der Giebel, der von beiden Enden ansteigend zur 
Mitte, beide Hälften in einem Höhepunkt vereinigt. 
Die Stirnseite des Daches aber, das Giebelfeld drinnen, 
Verkündet wieder in Gestalten nach dem Ebenbild 
des Menschen das höchste Gesetz, das hier gelten 
soll. Symmetrische Gruppierung breitet sich nach 
beiden Seiten, von einer Dominante in der Mittel- 
axe beherrscht. Es ist, für den entfernten Standpunkt 
der ruhigen Zusammenfassung gedacht und durch- 
geführt, eine Aufreihung mehr oder minder vollrunder 
Gestalten vor der Scheidewand, die jeden weitern Ver- 
such des Auges in die Tiefe zu dringen abschneidet, 
aber auch so nicht als Gruppe, sondern an die Wand 
gedrückt, als Stärkstes Hoehrelief wirken muss und 
soll. Noch liegt ja der ganze Baukörper des Daches 
dahinter, und erst auf seiner Firsthöhe wird der Luft- 
raum frei für die isolierte Rundplastik, die für ihr 
höchstes Ideal, die göttliche Gestalt selber, keinen 
näher definierten Raum als zugehörige Umgebung 
duldet. Zwischen der Freiheit des Äthers und der 
ersten "Situation", wo ihr Fuss die Erde berührt, 
bewegt sich ihre ganze Geschichte, von den Olympi- 
schen selbst bis zur Nike des Paionios. 
Warum" aber stellt der Grieche den Gott, dem 
der Tempel geweiht ist, nicht auf die Zinne des 
Daches, sondern in die Umwandung der Cella, unter 
freiem Himmel noch lange, aber doch als Ziel der 
Wallfahrt, am Ende des zurückgelegten Weges, auf 
den Boden nicht, sondernlauf geweihten Grund, 
aber doch auf Erden vor sich hin? Ohne Zweifel 
Schmarsow, Plastik, Malerei u. Reliefkunst. 14
        

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