Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452985
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Dekoration 
Reliefanschauung und 
Schmalseiten aber vereinzeln sich die Gestalten, lockern 
sich die Glieder, zur Betonung der Vertikale, des 
organischen Zusammenhanges im Gewächs, von Unten 
nach Oben. Warum dies? An der Stirnseite, wie 
an der Rückseite ist der Abstand der Säulen von 
der Wand weiter, also die Entfernung des Beschauers 
grösser und die Richtung seiner Bewegung nicht 
die transitorische des Entlangschreitens, sondern die 
stetige dem Ziel entgegen; die Tiefenaxe dominiert, 
und das ruhige Verweilen auf einem Standpunkt 
stellt.sich ein. 
 Von allen Tiefenaxen auf einzelne Gestalten zu 
unterscheidet sich wieder die mittelste auf den Ein- 
gang zu als die Herrscherin, die Axe der Symmetrie, 
der Diremtion nach beiden Seiten, und sie weist 
weiter in das Innere des Heiligtums. Oder treten 
wir vom Parthenonfries zurück, vor die Front des 
griechischen Tempels überhaupt. Auch da meldet 
sich die Scheidung zwischen dem schweifenden Über- 
blick über das Ganze und der festen Richtung des 
Vorwärtsschreitens auf seine Mitte zu früh genug. 
Die Spitze des Giebeldreiecks kündigt ja schon von 
ferne, dass hier die Dominante des Ganzen liegt. 
Nicht umsonst bildet die Mitte der Säulenreihe nicht 
eine Säule, sondern ein Intervall. Es handelt sich 
nicht um eine allgemeine Tiefenbewegung des Be- 
schauers zwischen den Säulen durch, sondern um 
eine besondere Tiefenbewegung des Besuchers selbst 
in ganzer Person: er soll wirklich hineinschreiten 
in den Raum, "wo er sich öffnet! Und droben ge- 
hört zum verbindenden Gebälk, zur wechselnden
        

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