Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452976
Kapitellzone, 
Metopen und Triglyphen, 
Friese 
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recht. Im Gegensatz zu den senkrechten Spalten 
der Triglyphen bevorzugt ihre Komposition die 
Diagonalen; der Zug der organischen Formen ver- 
mittelt also in die Breite. Der Fries des ionischen 
Tempels hat einheitliches Licht, also flacheres Relief, 
aber auch hier, als Gegenmittel gegen verdunkelnde 
Schatten von oben her, den Kontrast der Farben 
zwischen Grund und Figuren. Bei der Komposition 
aber spielen ausser dem durchgehenden Gesamtzuge 
der Bewegung von einem Ende zum andern grade 
die Vertikalaxen aller dargestellten Körper die wich- 
tigste Rolle; denn sie halten im Reich der Horizontal- 
bindung grade den durchgreifenden Zusammenhang 
zwischen Unten und Oben aufrecht. 
Wie wichtig dieser Antagonismus des organischen 
Zusammenhanges im Einzelkörper, den die Plastik 
Verfolgt, und des architektonischen Zusammenhanges, 
den die Baukunst Will, im gemeinsamen Wirken 
beider Künste auf dem Gebiet der Dekoration zu 
werden vermag, zeigt ein Seitenblick wenigstens auf 
den berühmten Fries des Parthenon, der sich rings 
um die Tempelcella unter dem Schatten des Peristyls 
hinzog, also nur von unten und durch Reflexe be- 
leuchtet. Vom durchgehenden Charakter dieser Reliefs 
ist oben schon gesprochen worden; auf die Unter- 
schiede der Komposition kommt es hier an. Auf den 
Langseiten herrscht der fortlaufende Zug, Bewegung 
von einem Ende bis zum andern, nur ein Unterschied 
im Tempo des fliessenden oder sich stauenden Fort- 
schrittes,  der successiven Auffassung des Subjektes, 
die hier allein walten kann, entsprechend. Auf den
        

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