Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452925
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Dekoration 
Reliefanschauung und 
zum- bekrönenden Abschluss der Wand, nur als 
breiteres Kranzgesims, so stellt sich die umgekehrte 
Auffassung ein wie beim Fussgesims, aber ebenso 
in eminent plastischem Sinne. Es ist die Übergangs- 
kurve zwischen dem senkrechten Sehfeld der Wand 
und dem horizontalen der Decke, die sich für unser 
Augcnpaar fühlbar macht, und zwar um so stärker, 
je grössere Anstrengung der Aufblick kostet. Sofort 
stellt sich die Beurteilung nach den Eigenschaften 
vollerer Körperlichkeit ein, also auch ein stärkeres 
Relief, ebenso wie im ausladenden, nach oben immer 
stärker hervorspringenden Proül der Kranzgesimse 
mit ihrer rein tektonischen Bildung. 
In beiden Reliefarten herrscht aber für den F ries 
die nämliche Kompositionsweise, nämlich der fort- 
laufenden Reihung mit ihren Variationen. Nur wird 
sich beim Flachrelief der einheitliche Verlauf ringsum 
um so lieber zur Geltung bringen, als das Gesims 
darüber nur schwach profiliert ist. Beim stärkern 
Hochrelief dagegen wird, wo immer es auftritt, auch 
eine vielfache Teilung nach Einzelkörpern überwiegen, 
also auch entschiedenere Abteilung oder gar Grup- 
pierung sich einstellen. Beim Erstern wirkt der 
Zusammenhang in der Horizontale, beim Letztern 
dagegen in der Vertikale der Gestalten selbst. Und 
so findet sich nicht selten der Übergang auch archi- 
tektonisch fortgesetzt, im Sinne aufwärts strebender 
Kräfte, indem statt der Sachen Decke die Wölbung 
zwischen den Wänden vermittelt und selbständigen 
Aufschwung gewinnt. Tritt auch an diesen Stellen 
die Malerei statt der Plastik ein, so bringt sie_d0ch
        

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