Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452917
Bildregion 
Flachrelief 
201 
Anspruch an unser Körpergefiihl. Je nach der Stärke 
der Organisation, die der Architekt dort hinaufführt, 
erhält sich allerdings dieser Anspruch auch für die 
Plastik; wo aber die Architektur sich mit dem schlich- 
ten Bestand ihrer Wände oder mit Pilastern von 
schwachem Relief begnügt, da sinkt auch die organi- 
sche Gestalt nach unserm Ebenbild, die an diese Stelle 
tritt, zu dekorativer Durchschnittsbedeutung herab. 
Dazwischen aber eröffnen sich die Bildflächen zu 
freier Behandlung des Malers im Anschluss an den 
Grad der Bestimmtheit, der durch die konstitutiven 
Faktoren der Raumbildung oder schon vorhandene 
Bestandteile der Dekoration noch verlangt wird. 
Der Unterschied zwischen simultaner und successiver 
Auffassung gleicht sich aus, und zwar je höher diese 
Bilderzone hinaufreicht, desto entschiedener im Sinne 
der gleichmäßig umlaufenden Bewegung. Dass die 
Malerei mit ihren Farben auch ein Zusammenwirken 
des übrigen Raumganzen nach ihren Bedingungen 
fordern mag, soll hier ausser Betracht bleiben, um 
die Frage nicht zu komplicieren. 
So sondert sich hier bei andrer Rechnung des 
Gesamtschmuckes unmittelbar vor dem letzten zu- 
sammenfassenden 
Gesims 
der 
Wand 
ein 
ebenso 
V81" 
bindender Streifen für Reliefbehandlung aus. Es ist 
der Fries. Gehört er den Höhenverhältnissen nach 
vorwiegend zur Wand, so dass er als ihre oberste 
Lage vor dem Abschluss betrachtet werden muss, 
so kann auch nur das Flachrelief verwendet werden, 
das diesen tektonischen Charakter der Flächeneinheit 
aufrecht erhält. Gehört dieser Streifen jedoch schon
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.