Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452892
Schweifender 
und 
ruhiger Blick 
199 
fünfter kommt noch die Höhe über uns hinzu, die 
sich zur Dominante aufzuschwingen vermag. Die 
Diagonalen fungieren daneben ja schon für die Raum- 
bildung entscheidend und bieten in dieser zum Voll- 
zug der Tiefe Gelegenheit. Sind die Seiten des 
Planes Llngleich, der Raum ein ausgesprochenes 
Oblongum, so herrscht auch die längste Richtungs- 
axe vor und wird ohne Weiteres als Tiefe dieses 
Raumes angesehen. Dann sind ihre Endpunkte, in 
der Mitte der Eingangs- und der Schlusswand also 
die Hauptstellen, während an den Langseiten die 
transitorische Betrachtung des entlangwandelnden 
Subjektes Verwaltet und nur in der Mitte noch ein 
Ruhepunkt, hiiben und drüben, von geringerm Werte 
sich darbietct, der nur durch besondere Vorkehrungen, 
die zum Verweilen auffordern, gesteigert werden 
kann. So scheiden sich in dieser ganzen Region des 
Sehfeldes ringsum die Stellen simultaner von denen 
suecessiver Auffassung, und die Diagonalen in die 
Winkel des Raumes hinein stehen dazwischen wie 
Intervalle , 
denen 
der 
Aufbau 
selber 
sich 
spricht. 
Stellt sich also, wie wir vorhin versucht, in der 
Mitte der Schlusswand, grade in der Richtungdes 
stärksten Tiefenvollzuges für unsern Blick, eine 
Statue dar, so muss sie im Bunde mit der Baukunst, 
die den Raum nach diesem Axensystem geschaffen, 
zum Widerhalt gegen den Anspruch an weitere Aus- 
clehnung der dritten Dimension gefestigt werden. 
Sie muss als Mal ihm Halt gebieten wie die Wand. 
Schieben wir sie wieder bei Seite oder vollends in
        

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