Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452862
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Dekoration 
Reliefanschauung und 
halten. So z. B. am choragischen Monument des 
Lysikrates und an Ehrensätllen, WO man darauf Ver- 
fallen, sie oberhalb des Sockels und der Basis noch 
{igürlich zu schmücken, oder an festen Marmorvasen, 
wo ähnliche Bedingungen vorhanden sind. 
je mehr aber in dieser Höhe, die wir prüfend 
Vmustern, der Charakter der tektonischen Fläche be- 
wahrt wird, also die Wand in durchgehender Eben- 
heit sich ausbreitet, desto stärker macht sich an 
dem Ende des Sehfeldes links und rechts, oder gar 
in den Ecken des Sales, wo die Wände aneinander 
stossen, dies bewegliche Wesen der überleitenden 
Kurvatur unseres sphärischen Sehraums bemerkbar. 
Es ist, als ob die Schärfe des architektonischen Ge- 
setzes, die diese Stelle sehweifender Bewegung im 
rechten Winkel einschliesst, grade den Drang nach 
Rundung und Schwellung organischer Formen her- 
vortriebe. Hier treten nicht nur die Pfeiler als Ein- 
fassung der Wandflächen und als Träger des hori- 
zontalen Gebälks gern sichtbar heraus, sondern 
nehmen zu zweit Wol gar die volle Säule in ihre 
Mitte, so dass sie, gleichwie die Genossin am andern 
Ende der Wand gegenüber, als kräftigste plastische 
Bildung den Winkel erfüllt. Und wo die tektonische 
Gliederung des Architekten nicht zu solchem Grade 
plastischer Organisation des Innenraums vorgeht, da 
ersieht sich der Bildhauer den günstigen Platz für 
eine Statue oder gar eine Gruppe, je nach der Breite, 
zu der er sich im Verhältnis zu den beiden an- 
stossenden Wänden hervorwagen darf. Sei dies Bild- 
werk aber auf eigenem Sockel- nur in die Ecke ge-
        

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