Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452830
Sockelregion 
Hochrelief 
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leiblicher Berührung hervordrängen, d. h. für uns die 
natürliche Disposition zu vollplastischer Auffassung 
entsteht. Tektonik und Plastik aber setzen sich klar 
auseinander, indem der Erstern die stereometrische 
Form des Postaments bis zur Ausladung in Stufen- 
absätzen zufallt, der Letztern aber die Darstellung 
organischer Körper selbst. Und so bestimmt sich 
der Charakter des untersten Sockelreliefs als ein 
besonders starkes Hochrelief, in dem der For- 
mendrang sich noch elementarer und urwüchsiger 
regen darf als in den höheren Regionen, wo auch 
die reinem Formen wohnen. je tiefer die Plastik 
herabgreift, desto mehr quellen ihre Gebilde nach 
unten vor  nach Analogie des ablaufenden tek- 
tonischen Profils, das an ihre Stelle treten müsste. 
Da ist es denn ein erdgeborenes Geschlecht, das 
sich wuchtiger und massiger noch daherwälzt, als 
der leichtfussigere Menschensohn auf den heiteren 
Gefilden, wo die Ordnung der Olympischen sich 
ausbreitet. Der Titanenkampf am Unterbau von 
Pergamon ist das schlagende Beispiel für unser 
ästhetisches Verhältnis zu diesem untern 'Bezirk, 
das natürlich erst zu einer Zeit so klar zum Austrag 
kommen konnte, in der die Plastik sich frei zu be- 
wegen, nicht nur dem strengen Gesetz der Archi- 
tektur sich zu bequemen gelernt hatte, ja gelegent- 
lich auch aufgelegt war, der ältern Schwester ihren 
Boden abzuringen für den plastischen Drang nach 
Organisation.  
Ringsum am Anstieg eines cylindrischen Bau- 
werks, turmartig, oder bei weiterer Reduktion des 
_V Schmarsow, Plastik, Malerei u. Reliefkunst. I3
        

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