Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452812
und Bauwerk 
Sehraum 
191 
nicht 
d. h. 
mehr als Ausschnitt einer innern Kugelfiäche, 
als Kalotte, in die wir hineinschauen, sondern 
als senkrechte Ebene, 
wird. Zwischen den 
die 
vier 
vor uns steht, genommen 
senkrechten Ebenen des 
lnneruaumes ringsum, wie zwischen ihnen und den 
horizontalen Ebenen des Bodens unten und der Decke 
oben, liegen indess, wie wir besprochen haben, die 
Übergangskurven des Sehraums, die sich für unser 
Gefühl auch gegenüberder rechtwinkligen Form des 
Aufbaues geltend machen, und in der künstlerischen 
Ausgestaltung dieser Zonen ihr Recht behaupten. 
Dies Gefühl wird in unsern gewohnten Raumverhält- 
nissen, besonders in Wohnungen grade in der untern 
Region zwischen Fussboden und Wand sehr ein- 
geschränkt, und zwar durch die Höhenlage des F uss- 
bodens zu unserm Augenpaar, so dass nur der oberste 
Teil der Kurvatur gegen das Sehfeld ansteigt. In 
seiner ganzen Stärke aber meldet es sich in weiten 
hohen Räumen, zumal wenn wir in deren Mitte ein 
Podium besteigen oder eine Kanzel, die den Fuss- 
boden für unser Schauen ringsum tiefer legt als ge-. 
wohnlich, die Lage unsres Augenpaars dagegen 
höher, dem Centrum des Axensystemes der Räum- 
lichkeit näher rückt. Ähnlich ist es bei offenen 
Treppenanlagen der Fall, bei deren Anstieg etwa 
ein Podest die Überschau nach unten frei legt. 
Eben dieses Beispiel selbst giebt die erste starke 
Bewährung unsres Princips in dem nach unten vor- 
springenden, nach oben zurückweichenden Stufen- 
lager, etwa bei der Frontansicht eines Tempels, 
oder im grösseren Mafsstab beim Aufgang zur Akro-
        

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