Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452773
Perspektivisches 
F lachrelief 
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mag auf das typisch malerische Verfahren am Grab- 
mal Maximilians in Innsbruck hingewiesen werden, 
das dem ganzen Norden geläufig wird. Die folgenden 
Jahrhunderte bis zum Ausgang des Rokoko sind über- 
reich an den mannichfaltigsten Leistungen solcher Art. 
Wie wir aber ein ausgeführtes Gemälde in der 
Zeichnung gleichsam auf einen linearen Auszug zu 
reducieren versuchen, so kann das Grundprincip des 
Tiefreliefs auch auf die Bedingungen des Flach- 
reliefs eingeschränkt werden, um auch hier die 
malerische Anschauung, bei der die Raumeinheit 
überwiegt, durchzuführen. So entsteht eine Misch- 
art zwischen den beiden äussersten Extremen, die 
wir als "perspektivisches Flachrelief" kurz- 
weg bezeichnen. Donatello hat in seiner Schlüssel- 
übergabe (im South Kensington Museum zu London) 
ein Beispiel geliefert, das über den malerischen Cha- 
rakter der Intention keinen Zweifel lässt. Seine Ge- 
hülfen in Padua treiben die perspektivische Kon- 
struktion noch wciterÄ) In der ganzen Reliefkunst 
des Quattrocento spielt es eine wichtige Rolle. Das 
allerflachste Relief nähert sich dann selbstverständ- 
lich im Grunde der Gravierung und Zeichnung, be- 
sonders der einritzenden Vorbereitung damaliger 
Fresken und der Silberstiftarbeit auf farbig grundier- 
tem Papier in ihren Studien,  d. h. auch den 
technischen Verfahrungsweisen der Malerei als Kunst. 
I) Vgl. Schmarsow, Donatello, Breslau 1886, p. I6. 27. 33 ff. 
37. 41. 49. M. Semrau, Donatellos Kanzeln in S. Lorenzo. Bres- 
lau 1891, besonders das aus unsern Seminarstudien erwachsene 
Kapitel über Donatellos Reliefkunst. '
        

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