Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452721
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Relief kunst 
Die 
Ökonomie vereinzelter oder zusammengeschobener 
Figuren je nach dem Bestimmungsort am Bauwerk 
erkennen lässt. 
Ein andrer Ansatzpunkt für weitere Abwei- 
chungen der Reliefkuilst liegt sowol im Flachrelief, 
wie im Hochrelief und deren Mittelglied, 'dem Halb- 
relief, an der Stelle, wo die Grundfläche sich dem 
Fortschreiten der Tiefenbewegung, die unser Auge 
und unsre Vorstellung zu vollziehen trachten, ent- 
gegenstellt. Diese Gränze zwischen der durchgestal- 
teten Schicht und dem unbezeichneten tektonischen 
Rückhalt weiter hinauszuschieben, ist ein natürlicher 
Antrieb, der sich bei jedem der bisher erwähnten 
Gestaltungsgrundsätze einstellen magr Wie nahe 
der Drang nach dem Hintereinander mehrerer Er- 
scheinungen liegt, selbst im Flachrelief, lehrt ein 
Blick auf das soeben genannte Beispiel vom Par- 
thenon. Bei der Höhe; in der dieser Zug der 
Panathenäen die Cella des Tempels schmückte, und 
dem verhältnismäßig nahen Standort der Betrachter 
im Peristyl, hat sich von selbst ergeben, die Höhe 
des Frieses statt der Tiefe auszubeuten: die Reiter 
besonders steigen, wo die Bewegung staut, zum Teil 
übereinander hinaus. Unter andern Verhältnissen 
muss ebenso noch die Grundfläche selber für eine 
weitere Figurenschicht herhalten, aber schon wirk- 
lich hinter der vorderen Reihe. Dies kann nur da- 
durch erreicht werden, dass man zwei Principien der 
Gestaltung, einen stärkeren und einen schwächeren 
Mafsstab der Erhebung, mit einander verbindet, wie 
an den Triumphalreliefs im Titusbogen, die für die
        

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