Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plastik, Malerei und Reliefkunst in ihrem gegenseitigen Verhältnis
Person:
Schmarsow, August
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1450617
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1452718
Flachrelief 
Das 
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nicht hinreicht, wird sie wol gar unterschnitten, 
so dass eine kräftige Schattenlinie den Rand der 
Form begleitet. Grade der Verzicht auf genauere 
Detaillierung im Innern sichert auch dem Umriss den 
Schein der Rundung. 
Mit diesem Verzicht gewinnt aber das Flach- 
relief ausserdem einen Zuwachs an Körperhaltungen 
und Bewegungsmotiven, die dem Hochrelief versagt 
blieben. Der Kontrapost z. B. und mancherlei Ver- 
kürzungen oder Überschneidungen lassen sich mit 
voller Klarheit wiedergeben, und mit ihrer Hülfe 
eröffnet sich ein Reichtum von Beziehungen, der mit 
dem starken Schattenschlag des höheren Reliefs 
versucht nur Verwirrung zerrissener Formen dar- 
bieten würde. 
Freilich 
die 
tektonische 
Herkunft 
und 
Zurück- 
haltung des Flachreliefs erhält auch in der Kompo- 
sition lange eine ausgesprochene Neigung zu strenger 
Gesetzlichkeit. Sie versucht wol gar mit den 
Gliederungsprincipicn der regelmäfsigen oder alter- 
nierenden Reihung und der symmetrischen Grup- 
pierung der Körper im schlichten Nebeneinander 
auszukommen, d. h. sie begnügt sich mit einer 
einzigen Figurenreihe und vermeidet jede Anwand- 
lung zu weiterer Tiefenbewegung. Aber die histo- 
rische Entwicklung im engen Bunde mit der Tek- 
tonik und der Baukunst selbst, in denen diese Ge- 
setze walten, hat auch die plastische Behandlung 
und die Komposition des Flachreliefs weiter ge- 
trieben, wie es schon das unvergleichliche Meister- 
stück, der Parthenonfries, in der verschiedenen
        

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